Wie wäre es mit einem kleinen Bewusstheits-Experiment während der ruhigen und etwas entschleunigten Hochsommerwochen?

Es ist nicht kompliziert, aber überraschend aufschlussreich.

Beginne einfach ab heute ein paar häufig verwendete Worte in deinem Sprachgebrauch zu verändern. Ersetze die Worte:

Ich muss“ durch „Ich beschließe

und

Ich kann nicht“  durch  „Ich möchte nicht

Dieser kleine Wechsel kann das Erleben und Empfinden deines Alltags stark verändern.

Es fühlt sich völlig anders an, ob ich sage: „Ich muss heute noch meine 30 min. meditieren“ oder „Ich beschließe nachher noch 30 min. zu meditieren“ – die Energie dieser beiden Aussagen unterscheidet sich komplett.

Es ist die Chance, zu erkennen, dass nur ich die Verantwortung über mein Leben habe, und diese Erkenntnis macht mich wach für das, was ich tue.

Ähnlich ergeht es mir mit der Antwort „Ich kann nicht“.

Sie erzeugte in der Vergangenheit in mir tatsächlich das Gefühl, dass es für mich unmöglich ist, eine Einladung anzunehmen, wenn doch eigentlich noch Arbeit auf mich wartet (selbst wenn ich eigentlich lieber „Ja“ gesagt hätte).

Durch die Formulierung „Ich möchte nicht“ spüre ich deutlich, dass Ich es bin, die darüber bestimmt, was ich priorisiere.

Ich werde nicht fremdbestimmt, da gibt es außer mir nichts, was mich zwingt, auf etwas zu verzichten, das mir eigentlich wichtiger ist (ich muss nur möglicherweise entsprechende Konsequenzen aus meiner Entscheidung tragen).

Ganz deutlich wurde mir die Veränderung bewusst, als ich vor einigen Wochen von einer Freundin spontan auf ein Konzert eingeladen wurde. Ich habe traurig abgelehnt mit den Worten: „Nein, ich kann nicht. Ich muss heute Abend arbeiten“.

Die neue Formulierung würde lauten:

Nein ich möchte nicht, ich beschließe vielmehr heute Abend zu arbeiten

Diese Antwort trifft es sehr viel genauer und das Ersetzen der paar Worte macht mir deutlich, dass es meine ganz eigene Entscheidung ist, die ich hier treffe. SEHR aufschlussreich, da ich tatsächlich viel lieber zu dem Konzert gegangen wäre und mich dennoch dagegen entschieden habe.

Diese Tatsache musste ich mir eingestehen.
Dieses kleine Experiment hinterlässt interessante Auswirkungen auf meine gesamte Lebensführung.

Ich bleibe dran….

…und hoffe, ich habe euch ein bisschen neugierig darauf gemacht, euch besser zuzuhören, wenn ihr sprecht.

Euch allen schöne Sommer-Tage,

herzlichst,

Brigitte

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