…immer nur flüchtig erscheint das Besondere am Rand des Alltäglichen:

gerade in dem Augenblick, indem du loswillst, ans Handy musst oder vor Arbeit nicht weißt, wo du beginnen sollst – ein Flügelschlag, nur eine Sekunde – vorbei!

Es will nicht erwartet sein, erscheint dir ungelegen. Unvermutet taucht es auf, und stets ungeduldig: jetzt oder nie! Also: fast nie.

Die Ordnung unserer alltäglichen Pflichten macht unser Leben undurchlässig für diesen Clown oder Engel.

                  (frei nach Kurt Marti)

Es ist der 3. Januar – und schon sind wir gefühlt wieder mittendrin im Jahr.
Wir staunen, wie wenig noch von diesem Übergang zu spüren ist – wo ist der Neuanfang hin, den wir in der Silvesternacht noch so bewusst begrüßt haben.

Wieviel Raum lassen wir überhaupt noch für den besonderen Moment, das kleine Wunder, das immer außerhalb unserer Lebensordnung auftaucht?

Wieviel Aufmerksamkeit haben wir, dass das Besondere, wenn es erscheint, auch von uns wahrgenommen wird – inmitten unserer routinierten, mechanischen Handlungen?

Der Glaube an alles, was wir „müssen“ lässt uns (wenn überhaupt) nur kurz vom Haken:

  • in Momenten, denen wir erlauben, „besonders“ zu sein.

Diese Ereignisse gewähren uns eine kurze „Verschnaufpause“, ein kurzes Loslassen aller Verpflichtungen und Pläne, ein Moment der einfach passieren darf, wie er möchte und von daher von uns interessiert beäugt wird.

So beinhaltet auch Ende und Neuanfang des Jahres für eine kleine Weile das Versprechen, dass alles möglich ist – jedes Jahr aufs Neue wollen wir dies glauben.

Und genau dieser Glaube, diese Offenheit und Neugier macht eine bewusste Wahrnehmung möglich, schafft Raum für das „Wunder des Besonderen“.
Wir erleben uns, die Menschen um uns, den Abend, die Umgebung, dichter, näher, anders

  •  wir erleben den Moment, der gerade wirklich ist.

Und dann, am 2./3. Januar ist alles schon wieder vorbei, dein Kalender ist sofort im Alltag, die Zeit drängt plötzlich und kaum, dass das Besondere sich kurz niederlassen konnte, ist es auch schon wieder davon.

 Mein Jahresübergang hat mir auch in diesem Jahr wieder den Boden gezeigt, auf dem Bewusstheit wirklich wachsen und Fuß in uns fassen kann.

Wenn es uns gelingt, jeden Tag aufs Neue als einen Neuanfang zu betrachten – wach zu bleiben für den Zauber des Unerwarteten – nicht wissend, sondern neugierig und offen für alles um uns herum, dann bleiben wir aufmerksam und bewusst.

Wenn wir jeden Tag wieder Anfänger sein dürfen, ohne den Druck, wissend, fehlerfrei und schon im Vorfeld organisiert zu sein, dann ist da Raum, um wahrzunehmen, was gerade eben wirklich passiert und uns vielleicht eine neue Erfahrung bringen möchte.

Aber wie können wir in dieser Haltung bleiben in unserem durchorganisierten Lebensalltag?

Wir brauchen einen Platz, an dem dieses Gefühl der Offenheit und des Staunens „erlaubt“ ist, und uns nicht bedrohlich erscheint.
Wo wir unsere „Rüstung“ ablegen können – die meist aus digitalem Werkzeug und vielen Äußerlichkeiten besteht.
Ein Ort, an dem es uns erlaubt ist, in unserer ureigenen einzigartigen Ausführung zu sein, und aufzuatmen, loszulassen.
Hier gibt es ein Ja zu uns selbst, mit all unseren Stärken uns Schwächen.
Hier sind wir entbunden vom „Ich muss“ und es ist erlaubt zu wünschen und zu träumen.

All das schenkt uns einen erdigen, tragfähigen Boden unter den Füßen, Weite in unseren Herzen und die notwendige Bereitschaft, den Augenblick willkommen zu heissen.

Und ja – diesen Ort gibt es…

Er befindet sich IN jedem von uns, er ist immer schon da, aber nicht unbedingt frei zugänglich.
Hin und wieder spüren wir ihn – in sehr besonderen Momenten, die wir gerne festhalten würden.

Es braucht Entschiedenheit, Geduld und Übung, um aus dem kleinen Trampelpfad, auf dem wir am Anfang an diesen inneren Platz gelangen, einen sicheren, zuverlässigen Weg zu machen.
Und wir brauchen Zeit, um uns umzuschauen und diesen Ort kennenzulernen.

Dann ist es wie Heimkommen – einsinken in das zutiefst Vertraute.

Auch in 2023 möchte ich gerne Weggefährtin sein, um erste Schritte auf diesem Trampelpfad möglich zu machen, oder auch um beim  weiteren „Befestigen“ des Weges zu helfen.

Und um an den Kraftort zu erinnern, der in jedem von uns existiert.

In mir und meiner „Arbeit“ ist auch im letzten, sehr herausfordernden Jahr, Gutes und Neues entstanden.
Meine Seminare haben sich durch die jahrzehntelange Erfahrung, verbunden mit den Wachstumsprozessen dieser Zeit der starken Veränderungen, entwickelt und neugestaltet.

So ist ein neues Format entstanden, das ganz im „Geiste des Besonderen“ zunächst viel Raum lässt, wohin es sich entwickeln möchte:

Das Paarprojekt, dass keinesfalls nur für Paare gedacht ist.

Hier kommen alle zusammen, die sich intensiver mit der Frage auseinandersetzen wollen, wie sie in ihrem Leben mehr „echte“ Nähe zulassen können.
Dabei richtet sich unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die dauerhafte Nähe und Intimität in einer engen Bindung, aber es ist nicht der einzige Fokus.
Denn jede Form von menschlichem Kontakt kann sehr bedeutungsvoll für uns sein, wenn wir bewusst damit umgehen – Beziehungen zu engen Freunden, Familienmitgliedern und zu unseren Kindern.

Im Angebot sind unterschiedliche Module, die ganz individuell zusammengestellt werden können -> daraus entwickelst du deinen ganz eigenen „PaarParcours“.

Unsere Ubuntu-Lodge, die wir Ende 2021 begonnen haben, bei uns im Wald zu bauen, hat sich in 2022 weiterentwickelt und wir hoffen, dass wir sie in diesem Jahr soweit bringen, dass sie endlich zu dem wird, wofür sie gebaut wurde:

ein Ort der Begegnung – ein Platz, um Brücken zu schlagen und jede Interaktion unter Menschen als Chance zu begreifen, ein wohltuendes Umfeld zu fördern – ein Raum für Mitgefühl, Mut und Verbundenheit.

Auch das 4. Projekt „Lebendigkeit riskieren“ findet im 1. Halbjahr 2023 seinen Abschluss – manchmal haben wir in der Coronazeit nicht mehr daran geglaubt!

Und so kann im Oktober endlich das 5. Projekt „Lebendigkeit riskieren“ beginnen – ein paar Plätze sind noch frei für diese 2-jährige Abenteuerreise zu dir und ich freue mich, dass es weitergeht!

Ich bin sehr dankbar dafür, auch in 2023 in meinen Seminaren und in meiner Praxis, wieder Zeit mit Menschen zu teilen.
Menschen wie DU, Menschen mit Geschichten, Menschen mit individuellen Wegen, Menschen, die ihre Tränen und ihr Lachen mit mir teilen, Menschen, die sich „erinnern“ und „heimkommen“
– denn das ist die Ausrichtung in meinen Seminaren und genau dort möglich, wo jede Begegnung zählt.

Herzlichst,
bis wir uns wiedersehen,

Brigitte

Seht ihr den Mond dort stehen?

Er ist nur halb zu sehen

und ist doch rund und schön.

So sind wohl manche Sachen,

die wir getrost belachen,

weil unsere Augen sie nicht sehen.

(Matthias Claudius)

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